Fuji X-T2 – Halbjahresbilanz

Wurde alles besser?

Nach dem Umstieg von einer Fuji X-E2 auf die X-T2 vor einem halben Jahr ist es Zeit für ein paar kurze Anmerkungen. Seid Ihr gerade auf der Suche nach einer neuen Kamera? Vielleicht sind die folgenden Gedanken dann ganz hilfreich.

Saint Malo Fuji X-E1
Saint Malo – Fuji X  XF23mmF1.4R 1/340sec f/1.4 ISO 200

29 x drehen, drücken, schieben

Die Fuji X-T2 hat jede Menge Möglichkeiten, Einstellungen direkt zu verändern. Keine mühsame Suche im Menue. Es hat eine Weile gedauert, sich daran zu gewöhnen. Ist aber klasse. Ich kann mir aber vorstellen, dass Leute, die die Kamera nur selten nutzen, kaum einen Vorteil daraus ziehen werden. Wenn man nicht genau weiss, wohin man die Funktion gelegt hat, ist sie im geordneten Menü schneller zu finden. Die Knöpfe erhalten ja keine neue Beschriftung.

 

Dresden bei Nacht
Dresden bei Nacht – Fuji X  XF14mmF2.8 R 1/13 sec f/2,.8 ISO 800

24 Megapixel

Diese Bildauflösung hat sich zum Minimal-Standard entwickelt und es tut gut, sie zu haben. Aber oft frage ich mich, wozu? Das Ausgabeformat gibt diesen Detailreichtum meist nicht wieder.  Kleiner Blick nach CEWE. Für ein Premium-Poster von 40 x 60 cm möchten sie gern 6,1 Megapixel bekommen. Mehr nicht. Und wir wissen ja: je größer das Bild an der Wand, desto größer der Betrachtungsabstand und geringer die zusätzlich benötigte Auflösung.

 

Opernhaus Kopenhagen
Opernhaus Kopenhagen – Fuji X  XF35mmF1.4R 12sec f/10 ISO 200

Sensorempfindlichkeit

Ausserhalb jeglicher Testlabor-Reihen sagt mein Gefühl, dass das Rauschverhalten sich 1-2 Blendenstufen gegenüber der X-E2 verbessert hat. Aber wie heisst es so schön: man nimmt was und man gibt was. Durch die feinere Auflösung benötige ich auch eine kürzere Verschlusszeit. Bei schlechten Lichtverhältnissen und ohne Stativ ist es sinnvoll, die Belichtungszeit im Vergleich zum 16MP-Sensor zu halbieren. Also verliere ich hier wieder ein Stück der größeren Lichtempfindlichkeit.

Und was sonst noch?

Wenn ich die bereits geschriebenen Punkte so durchlese, dann wirkt das auf den ersten Blick ja wenig begeistert. Es gibt allerdings auch viel positives. Die damaligen Kaufgründe (klappbarer Bildschirm, weathersealing, 2 Kartenslots) haben sich als ausschlaggebend bewährt. Alles Dinge, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

Bei Macro-Aufnahmen bekommt man durch den Klappdisplay bessere Übersicht. Und wenn man die Kamera mal an entlegener Stelle für ein Foto in einen Baum hängt, kann man trotzdem noch den Bildausschnitt kontrollieren.

Die Kartenslots geben ein Gefühl von Sicherheit. Vielleicht völlig unnötig – wann geht schon mal eine Karte kaputt. Aber Fotografie ist eben auch eine Sache des Gefühls.

 

Frankfurt
Frankfurt EZB – Fuji X  XF14mmF2.8R 1/9 sec f/2.8 ISO 1000

Autofocus

Bin ja kein Sportfotograf. Deshalb hat mir die Autofocus-Geschwindigkeit der X-E2 schon gereicht. Der wirklich große Wurf war die Entwicklung von der X-E1 zur X-E2. Denn die X-E1 war langsam, wirklich langsam.

Fischerboote – Fuji X XF35mmF1.4R 3,5sec f/5.6 ISO 200

Alle Fotos dieser Seite…

…sind Archivaufnahmen mit der Fuji X-E1 – meiner ersten Fuji mit Wechselobjektiven. Alle!

  • Langsamer Autofocus, ok.
  • Schlecht auflösendes Display, ja.
  • Langsames Abspeichern, stimmt.
  • Nur 16MP, oh!

Aber sieht man das den Bildern an? Für die meisten Aufnahmesituationen und die meisten Ausgabeformate und Ausdrucke reicht die damals erzielte Qualität. Locker!

Und warum sehen die manchmal so alt aus?

Vielleicht schauen wir heute anders – oder entwickeln die Rohdateien anders… . Bei alten Aufnahmen lohnt sich bei einer Bearbeitung manchmal ein Reset und Neustart mit den aktuellen Vorstellungen. Ich habe das Bild von der EZB oben extra so im  „HDR-Look“ der damaligen Zeit gelassen. Aufgefallen? Wie der Geschmack sich doch ändert.

 

Meine erste Wechseloptik-X und die aktuelle – aufgenommen mit der Fuji X10

Mit jedem neuen Modell scheint mir der bildwirksame Fortschritt immer geringer zu werden. Von allen großen Marken sind tolle Kameras auf dem Markt. Fühlt sich so ein wenig nach einer Sättigung an.

Ein guter Grund, seine Aufmerksamkeit von Kameramodellen und Zubehör abzuwenden. Hin zu Motiven (Reisen, social etc.) und weiter mit Inspirationen (Bücher, Ausstellungen etc.) zum besseren Bild. Das ist unsere eigentliche Reise.

 

Einer der letzten seiner Art – Fuji X XF35mmF1.4R 1/280sec f/5.6 ISO 200

Eigene Bilder ansehen

Wer macht das nicht? Eine neue Kamera kommt raus und gleich schaut man sich die Neuerungen und Vorteile an. Hier ein wenig anders, dort etwas neues dabei.

Bevor man sich zu einem Kauf hinreissen läßt, sollte man eines tun: seine eigenen Bilder des letzten Jahres anschauen und überlegen, ob diese mit der vermeintlich „Neuen“ besser (und notwendig besser) geworden wären.

 

Hier noch mal die Fotos der uralten X-E1 für eine größere Ansicht:

 

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5 Replies to “Fuji X-T2 – Halbjahresbilanz”

  1. Für die Herstellung von Fine Prints zeichnet sich immer der Fotografierende verantwortlich – die Ausrüstung spielt dabei selten eine entscheidende Rolle. Um scharfe Fotos zu erzeugen, genügt es die Kamera zu fixieren, den Fokus exakt und die Belichtung / Empfindlichkeit optimal einzustellen – egal, ob nun auf Film oder Sensor zwischengespeichert wird. Aber das allein garantiert noch keine fesselnden Aufnahmen! Dennoch kann gutes Handwerk die ästhetische Bildwirkung unterstützen. Die beste Ausrüstung ist die, welche den Lichtbildner entlastet, sodass er sich mehr auf die Komposition, Farben u.v.a.m. konzentrieren vermag, oder?

  2. So schön, wie die Räder zum Einstellen sind, bei einer Funktion hat die X-T2 einen Nachteil: Bei den einfacheren X’en habe ich mir im Menü verschiedene Quicksettings angelegt, um im Bedarfsfall schnell DR200 oder DR400 zu aktivieren. Das geht wegen des ISO-Rades nicht mehr so einfach. Für diejenigen, welche mit ISO-Automatik fotografieren, ist das eher weniger ein fummelig.

    Ansonsten erfreue ich mich über die deutlich höhere Arbeitsgeschwindigkeit und den großen Sucher.

    1. Die Sache mit DR… . Bin ja selbst eher der klassische „Unterbelichter“. Danke für die Idee. Insbesondere, wenn man parallel JPGs erzeugt, die gleich recht passend werden sollen. Und nicht so dunkel, wie meine Exporte manchmal.
      Ansonsten hat die X-T2 vor ein paar Tagen mal wieder beste Arbeit geleistet – weil ich mich mehr auf Motiv etc. konzentrieren konnte und der technische Rest recht selbstverständlich lief.
      Mein großer Wunsch wäre noch: Mindestverschlusszeiten bei Auto-Iso-Einstellungen abhängig vom Objektiv. Bei jedem Objektivwechsel muss ich über Änderungen nachdenken. Völlig unnötig.
      Ansonsten:
      Weiter viel Spaß beim Fotografieren!

  3. Mit den ersten Firmwares hatte die X-Pro 1 das, war aber nicht einstellbar. Grundsätzlich können drei ISO_Automatik-Einstellungen vorgenommen werden, diese können in Kombination mit Quicksettings zusätzlich kombiniert werden, so dass dann 21 Möglichkeiten heraus kommen. Da sollte etwas dabei sein. Funktioniert allerdings nicht bei der X-T2.

    In meiner Anfangsphase habe ich mit Zeit- und ISO-Automatik fotografiert, davon bin ich seit ein paar Jahren ab. Komplett manuell zu arbeiten geht mit den X’en meiner Meinung nach am besten. Für mich könnte man die Beschriftung am Korrekturrad abkratzen und frei konfigurierbar gestalten. Allerdings wüsste ich nicht, welche Funktion ich drauf packen sollte. 🙂

    1. Wie wäre es, wenn man eine Art „DR“ auf das Kompensationsrad legen könnte. Dann wären die Jpgs ooc brauchbar und die Dynamik – also das, was man sich meistens durch die Belichtungskompensation holen möchte – trotzdem dabei.

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