Wenn die Wolken tief hängen

Es ist der Kontrast, der Kontrast!

Am Anfang aller Zeit

Wie wird es so schön in unserem Kulturkreis formuliert: „Es werde Licht, und es ward Licht!“ So richtig hinterfragt das aber keiner…

Wenn alle Gegenstände um uns herum gleich hell wären, dann wären wir praktisch blind. Nur durch den Schatten, den sich bildenden Kontrast zwischen hell und dunkel werden wir zu Sehenden. Nur mit Licht überall hätten wir uns längst zu Wesen entwickelt, die sich auf ihr Gehör, den Tastsinn und das Riechen spezialisiert hätten. Für die ganze Film- und Kamerawirtschaft wäre das der Super-Gau.

Das sind jedenfalls meine Gedanken auf einer Wanderung durch den Nebel, irgendwo in der Nähe von Goldbeck, einem Rundweg, der sich an dem offiziellem Pfad Ri19 orientiert.

Nebel, eingeschränkte Sicht. An einer Aussichtsbank ohne Aussicht vorbei…

Nicht ohne Kamera

Zum Glück ragt aus den Nebelwolken manchmal auch etwas dunkles heraus. Etwas, dass sich ganz langsam und entspannt vor die Linse holen lässt. Dazu passt auch die mitgenommene Kombi von Fuji X-T2 und dem Laowa 60mm.

Zurück zur Langsamkeit – manuelles Objektiv

Das Beste an der Ausrüstung war die Tatsache, dass es sich bei der Linse um eine Manuelle handelt. Kein Autofocus, keine automatisierte Blendenwahl. Das macht bei solchen Landschaftsthemen richtig Spaß!

Wenn ihr also noch ein altes Objektiv (+Adapter?) oder ein neueres manuelles vernachlässigt im Schrank habt: holt es doch einfach mal wieder raus. Gönnt euch auch etwas retro-feeling, das passt zu dieser besinnlichen Zeit.

Noch zwei kleine Tipps zur Focussierung

Fuji X-T2 und Ausschnittsvergrößerung

Der eine für Fuji X-T2 und ähnliche: normalerweise kann man mit dem rechten Daumen auf das Stellrad neben dem Sucher drücken und so in einen Bildausschnitt hineinzoomen (zweistufig!).

Ich habe mir diese Funktion auf einen freien Button auf der Vorderseite gelegt (für meinen rechten Mittelfinger). Einmal draufgedrückt erscheint gleich die maximale Vergrößerung zum Scharfeinstellen. Zweiter Klick: zurück zur Vollansicht. Finde ich für meinen persönlichen Workflow total praktisch.

Blendenringe mit Struktur

Der andere Tipp betrifft die Blendenwahl: beim Laowa – und wahrscheinlich auch bei anderen Objektiven ist der Blendenring nicht durchgängig gleichmäßig strukturiert. Wenn man sich das mal merkt, kann man offenblendig scharfstellen und dann mit dem Fingerspitzengefühl der Rillen im Blendenring abblenden, ohne die Kamera absetzen zu müssen.

Anmerkung zum „offiziellen“ Rundweg um Goldbeck: wir denken, dass dieser im nordwestlichen Teil nicht wie nach Plan begehbar ist (11/2020). Die Gegend ist aber toll! Sucht einfach einen anderen Pfad oder geht dort wie wir irgendwo alternativ durch Wald oder Feld.

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