Neues Macro von Laowa dabei

etwas genauer: das LAOWA 65mm f/2,8 2x Ultra Macro APO

Wozu das denn?

Leute, ihr merkt es schon: ich bin mal wieder schwach geworden, G.A.S hat mich erwischt. Habe jetzt ein gutes Objektiv, um endlos Streichholzköpfe zu fotografieren.

Streichholzköpfe Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
ein erstes Herantasten incl. Blitz – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Aber ehrlich gesagt, interessieren mich Streichholzköpfe genauso wenig wie euch – es sei denn, ihr seid Kettenraucher oder freut euch auf das Feuerholzanzünden in eurem Kamin.

Viel spannender ist es doch, kleine Lebewesen oder Pflanzen mal so richtig aus der Nähe zu betrachten. Jetzt im Herbst stehen Insekten leider nicht mehr so zahlreich zur Verfügung. Zum Glück fand ich noch ein lebloses Exemplar für ein anfängliches erstes Model-Shooting. Und für die Tierschützer unter euch: sie war vorher schon mausetot!

Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
leider schon mausetot – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Was erwarte ich von diesem Objektiv?

Von der Brennweite her gesehen fühlte ich mich schon vorher gut ausgestattet. Allerdings gibt es für mich vier Gründe, durch die sich das Laowa doch deutlich von den anderen unterscheidet. Gründe, aus denen man zu diesem greift und die anderen im Schrank lässt.

Das schmale Laowa reiht sich zwischen dem XF90 und dem XF56 ein – das Energydrinkformat zwischen den Coladosen für die Jackentasche

Macro

Die wichtigste ist natürlich die Macro-Eigenschaft. Immer wieder nehme ich den Macro-Adapter mit, um mit den anderen Linsen nah an kleine Objekte zu kommen. Leider ist der Gestaltungsspielraum zwischen größter Nähe und größter Entfernung dann sehr eingeschränkt. Da ist ein dafür gebautes Objektiv deutlich besser.

Größe und Gewicht

Ausserdem ist das Objektiv trotz einer 2.8-Optik noch relativ klein. Gerade als Reiseobjektiv beim Wandern kann ich mir das sehr gut vorstellen. Es soll also nicht nur zu Macrozwecken dienen. Den Autofocus vermisse ich bei Telebrennweiten nicht so sehr. Und ohne die Stellmotoren ist das Teil trotz recht massiv wirkender Bauweise immer noch 100g leichter als das XF56 und 250g gegenüber dem XF90. Und mit einem Filterdurchmesser von 52mm super-schlank. Ok, natürlich ist das auch der geringeren Blendenöffnung geschuldet.

Preis

Einen dritten Punkt finde ich aber auch nicht unwesentlich: der Preis. Ich gehe mit meiner Ausrüstung nicht sonderlich gut um – besonders beim Radfahren in den Bergen. Würde mir das XF56 mal hinfallen oder einen Kratzer auf der Linse bekommen, wäre ich ziemlich untröstlich. Es ist mir einfach zu wertvoll. Gerade für Portraits und Studio. Das Laowa 65mm gibt es zwar auch nicht zum Schnäppchen, aber es liegt „nur“ bei der Hälfte des Preises. Alternativ hatte ich in der Preisebene auch noch das Fujinon XF50mmF2 R WR im Blick. Mehr Wetterschutz, Autofocus und f/2.0 hat auch seinen Charme. Hat aber keine Macroeigenschaften…

und viertens…

…möchte ich gern wieder mal etwas „manueller“ arbeiten. Nicht unbedingt so rückfällig wie andere, die auf analoge Kameras zurückgreifen. Aber wenigstens mal wieder Schärfe und Blende manuell einstellen MÜSSEN.

Und wie schlägt es sich draussen?

Es ist Herbst und für einen ersten Eindruck müssen deshalb gleich ein paar Pilze, verwelkte Blätter und übrig gebliebene Blumen herhalten.

Gruppe Fliegenpilze Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
kleine Pilzsammlung – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Fliegenpilz Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
bloß nicht in die Pfanne hauen – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Dabei stellte mir der Herbst statt Sonne nur kräftiger Wind zur Verfügung, was die ganze Aktion nicht gerade vereinfachte. Aber so kann das an einem Sonntag schon mal sein. Wenig Licht und wackelnde Blumen und Blätter…

Blütenstempel Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Macro Blüte Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Blüte Macro - Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
welkes Blatt Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Herbstlaub – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Insgesamt bin ich mit den ersten Versuchen aber schon recht zufrieden. Ist nicht gerade die Libelle am Grashalm in der Morgensonne im nebligem Tal dabei, aber wer weiss. Kann ja noch kommen!

Ausserhalb der Macro-Zone

Holzstapel Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
unbearbetet – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Wie schon oben erwähnt, möchte ich das 65mm-Tele gern auf Ausflügen mitnehmen. Es ist relativ schlank und leicht – ideal für die Jackentasche. Zusammen mit dem XF18mm/f2 oder dem XF35mm/f1.4 kann man schon einen sehr breiten Brennweiten- und Helligkeitsbereich abdecken.

Der Bretterzaun sieht auch am Rand noch gut aus – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
scharfe Kante und unscharfe Zweige – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Und wie es sich für einen Anfänger wie mich gehört, habe ich auch gleich etwas falsch gemacht: die Landschaftsaufnahmen wurde etwas unscharf. Selber schuld. Wenn man die Schärfe richtig exakt einstellen möchte, sollte man das „offenblendig“ tun und dann erst später abblenden. Das sollte dann besser gehen.

Nächstes Mal werde ich zur Kontrolle neben „RAW“ auch „JPG-Fine“ aufnehmen. Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, ist die In-Kamera-Ansicht der Bilder, die nur in RAW aufgenommen wurden, nicht gut genug aufgelöst. Nimmt man zusätzlich die „Jpg-fine“-Variante, kann man zur Kontrolle weiter hereinzoomen.

Fallobst Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO
Herbliche Nebenstraße – Fuji X-T2 Laowa 65mm F/2.8 2x Ultra Macro APO

Für ein richtiges Fazit ist es noch zu früh. Es sieht aber ganz danach aus, dass ich in Zukunft noch öfter nach dem langen und schmalen Laowa 65mm für einen entschleunigten und entspannten Ausflug greifen werde…

Ein Gedanke zu „Neues Macro von Laowa dabei

  1. Streichhölzer sind gar nicht so unflott. Nahe Jönköping in Schweden gibt es gar ein eigenes Museum für diese Schwefelstöckchen. Haben wir nur leider nicht geschafft zu besuchen. Viel Spaß mit Deiner neuen Errungenschaft.

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