Fotos neu gemischt

…einen Versuch ist es wert!

Warum immer nur nach Aktion und Datum?

Manchmal gehen wir bei Besuchen oder Ausstellungen an einer Gruppe von Bildern vorbei, die gut zueinander passen: eine bestimmte Thematik, eine farbliche Harmonie oder irgendetwas anderes spannt sich wie ein Bogen vom ersten bis zum letzten Foto. Sorgsam ausgewählt.

Viel gemeinsames, aber oft nicht zeitnah und am selben Ort entstanden.

mal neu und sinnfrei nach Farbe sortiert: Bremerhaven, Valencia

Und meine Fotos? Die lege ich „ordentlich“ nach Veranstaltung und Datum ab. Manche davon vielleicht noch verstichwortet. Fertig. Aber das kann doch nicht alles sein. Es muss doch ein Verfahren geben, orts- und zeitunabhängig neue, viel schlüssigere Gruppen bilden zu können.

Mein erster Schritt

700 Bilder aus 6 Jahren ergeben ungefähr 12 qm Bildfläche

Seit ein paar Jahren suche ich regelmäßig 100 Fotos aus, die mir gefallen oder bestimmte Aktionen im Gedächtnis halten. Das ganze landet dann zum Beispiel in einem Fotoalbum 2018 oder Fotoalbum 2017 Natürlich nach „Jahr“ und nach „Aktion“ sorgsam chronologisch geordnet.

Nun, und innerhalb der letzten sechs Jahre hat sich – mit ein paar zusätzlichen – eine Sammlung von 700 „best-of“-Fotos der letzten Jahre gebildet. Immer noch nach „Jahr“ und „Aktion“ geordnet.

Einfach mal machen: alle Fotos habe ich in kleinerem Format ausbelichten lassen. Auch wenn es nur 100 pro Jahr sind, darf man sich im Volumen nicht täuschen lassen. Es braucht schon einen großen Raum mit einem Dutzend Tischen oder Platten, um die Fotos jetzt auseinanderzureissen und nach beliebigen Schlüsselworten neu zusammen zu stellen.

Alternativ kann ich mir auch vorstellen, die Bilder nach einer ersten „Grundsortierung“ in einem Zimmer an die Wände zu heften. Auch wenn die Wand oder die Tapete das nicht so wirklich mögen wird. Doch so wird der Innenraum wieder frei und man kann trotzdem immer ein Auge auf die Bildersammlung werfen.

Was fügt sich zusammen?

Für mich heißt es nun im ersten Schritt, nach Gefühl und Laune Bilder zu kombinieren. Welche könnten aus welchem Grund auch immer gut zusammen passen? Erst einmal nach eigenen Ideen der Zusammenstellung suchen.

Meine Zusammenstellung von Sonnenuntergängen am Meer mit halbversunkener Sonne erspare ich euch. Das sieht dann doch immer wieder zu ähnlich aus. Aber schon die kurze Zeit davor mit einer sehr einheitlichen Lichtstimmung lässt zumindest Europa schon ziemlich verschmelzen.

passt irgendwie: Norderney, Bidart, Vlotho, Sant-Peter-Ording, Normandie, Danzig, Dresden, Konstanz, Elbe, Valencia

Vielleicht noch ein zweites, letztes Beispiel einer Sammlung. So wie beim Memory-Spielen zusammengefunden.

Blumen und Macros in grün und pink

Etwas „anders“ wird mir zurzeit, wenn ich Fotos von den vielen Auftritten einzelner Künstler und Bands zusammenlege. Ich muss daran denken, dass einige von ihnen „normalerweise“ ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Aber was ist schon normal in diesen verrückten Zeiten.

Gedenken an Künstler während der Corona-Einschränkungen

Neues mit vorhandenem kombinieren

Da exportiert man ein „neues“ Fotos und freut sich darüber, dass es einem so richtig gefällt. Vielleicht findet man in seinem Fotosammelsorium auf den Tischplatten Partner-/ oder Ergänzungsbilder. Man erinnert, dass das spezielle Motiv, die aussergewöhnliche Situation gar kein Einzelfall ist, sondern mit ähnlichen Bildern bereits harmoniert.

Weitere Such- oder Sammelimpulse

Ich will hier nur zwei Ideen erwähnen, denn zu diesem Punkt bin ich noch nicht gekommen und es könnte noch ziemlich lange dauern.

Zum einen könnte man „Standard“-Stichpunkte, die es zu Fotoarbeiten, -ausbildung und Wettbewerben gibt, als Vorlage nehmen und dann passende Bilder zusammenführen. Ich hatte schon darüber nachgedacht, die 52-Wochen-Aktion von kwerfeldein dafür zu nutzen. Also jede Woche ein Stichwort in eigenen „alten“ Bildern suchen. Nicht um sie dort einzureichen – sind ja schon alt – sondern nur als Impulsgeber.

Zum anderen stellen die ausbelichteten Fotos nur den Haupt- oder Anfangspunkt für eine Sammlung dar. Scheinbar verschiedenartige Bilder lassen sich mit anderen Bildbearbeitungen dann doch letztendlich kombinieren. Schwarzweiß statt farbig, quadratisch statt unterschiedliches Format. Und da wären noch die Fotos zu erwähnen, die es nicht in die top100 geschafft hatten. Die aber in einer Sammlung noch richtig gut wirken könnten.

Wohl doch eher etwas für lange Winterabende?

Nein, definitiv nicht. Eher eine Herausforderung für die Existenz einer Fläche, auf der man über eine längere Zeit große Mengen Bilder liegen lassen kann. Ein Raum, den man immer mal wieder aufsucht und neue Ideen findet. Das braucht einfach viel Zeit und Abstand.

Gleichzeitig ist es neben dem Finden von Zusammenhängen auch immer nur eine Reise in die Vergangenheit. Immer wieder Fotos, die man (selbst) schon viele Male gesehen hat. Ich bin da eher der Typ Mensch, der sich für Gegenwart und Zukunft interessiert. Da könnte ich mich nicht wochenlang mit „früher“ beschäftigen. Wahrscheinlich wird das mit zunehmendem Alter etwas einfacher. Aber im Moment geht das für mich nur scheibchenweise.

eine „private“ Favoritensammung von Einzel- und Gruppenportraits – nicht alles zum zeigen

Eines der Ergebnisse

Private Erinnerungen an Sankt Peter-Ording, Biarritz, Konstanz, Ètretat, Valencia

Nach so viel Text muss ich wenigstens ein Ergebnis zeigen: Urlaubserinnerungen aus mehreren Jahren. Orte, mit denen wir etwas verbinden. Lichtstimmungen, die harmonieren. So etwas kann entstehen, wenn man mal ein paar kleine Prints auf einem großen Tisch nebeneinanderlegt.

Es sind alles Wechselrahmen! Mal sehen, ob die jetzigen Bilder irgendwann mal wieder Platz für eine neue Zusammenstellung machen müssen.

Habt ihr schon mal ähnliches aussprobiert?

Ein Gedanke zu „Fotos neu gemischt

  1. Moin, Jürgen.
    Vielleicht sollte man beim Verschlagworten für einen besonderen Favoriten immer einen Stern oder ein + vergeben. Aber die schönsten Bilder hat man ja eh in seiner Seele. Da überstehen sie oft Jahre.

    Und ansonsten habe ich die Devise,: was ich in den letzten zwei Jahren nicht gebraucht habe, brauche ich auch die nächsten zwei Jahre nicht. Und wenn ich es dann doch brauchen würde, wüsste ich nicht mehr wo es ist. Und so wird es in der Regel aussortiert. Bedingt könnte man das sogar auf Bilder übertragen.

    Ein Beispiel: Meine Tante hatte fotografiert, was das Zeug hielt. Kisten voller Abzüge. Nach ihrem Tod habe ich die Kisten genommen und ungesehen entsorgt. Meine Mutter hatte in ihrem Leben sechs Fotoalben. Nach dem Tod habe ich sie behalten und schaue sie immer wieder durch. Es ist vielleicht wirklich ein Gedanke, sich zu trennen.

    p.s.
    ich hoffe, Ihr habt Euch gut erholt. Die Zeit hier ging so schnell vorbei. Ich hoffe, wir wiederholen das 🙂

    Viele Grüße
    Kai

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