Lieber spät als gar nicht

Warum erst jetzt im März 2019? Das Jahr 2018 ist doch schon längst vergessen!

Dabei sollte sich doch jeder am Ende eines Jahres einiges fragen. Insbesondere zu seiner Art der Fotografie. Welche Bilder gefielen mir am besten? Welche Objektive habe ich benutzt? (..fehlt mir da noch etwas? – die schnelle Antwort: NEIN!)

Das persönliche Fotobuch – Erinnerungen an das letzte Jahr

Ein Buch mit 100 Erinnerungen an das vergangene Jahr

Letztes Jahr war es Mitte Januar schon fertig. Dieses Mal hat es bis März gedauert, ein paar Fotos von Aktivitäten eines ganzen Jahres auszusuchen. Vor allem die Frage, welche die richtigen sind. Während ich bei den ersten Büchern dieser Art ausschliesslich auf das Foto geachtet habe, suche ich mir inzwischen lieber pro Ereignis je 1 oder 2 aus.

Meine persönliche „Objektivreihe“

Welche Objektive nehmt IHR am liebsten und warum? Das interessiert mich sehr. Grund genug, auch über mein letztes Jahr eine kurze Zusammenfassung zu veröffentlichen.

Als Kamerabody nutze ich die Fuji X-T2 ja schon über ein Jahr. Da wird sich auch in absehbarer Zukunft nichts dran ändern.

Aber wie sieht es mit den Linsen aus? Insgesamt bin ich deutlich „tele-lastiger“ geworden. Ein Viertel aller Bilder sind dieses Mal mit dem 56mm bzw 90mm entstanden (auf Vollformat umgerechnet 84mm/135mm). So entwickelt man sich. Ich vermute, dass das vor allem zwei Ursachen hat: 1. Die beiden Objektive sind so klasse und 2. bei Landschaftsaufnahmen verwende ich immer häufiger längere Brennweiten.

28% Fujinon XF 16 mm F1.4 R WR

Das überrascht mich nicht. Tolles Objektiv, so für alles, was nicht zu weit weg ist. Schneller Autofocus und mit f/1.4 lichtstark wie eine Eule. Ist damit zwar kein Leichtgewicht, doch insbesondere mit der staub- und feuchtigkeitsgeschützten Bauart oft dabei. Habe ich auch erst seit Anfang 2018 – und ist oben noch nicht mit abgebildet.

19% XF 35 mm F1.4 R

Die Technik des guten „alten“ XF35mm/F1.4 ist ja schon etwas in die Jahre gekommen. Nicht ohne Grund hat man da einen (leider etwas lichtschwächeren) Nachfolger heraus gebracht. Der Autofocus…

Gleichzeitig sind die Linsen sehr ausgewogen und mit einem sehr schönen Charakter ausgelegt. Nicht gebaut, um bei Benchmarks auf das Siegertreppchen zu kommen. Als das konstruiert wurde, stand noch das erzielte Bild im Mittelpunkt und nicht das Siegertreppchen bei irgendwelchen Labortests. War eine gute Zeit!

14% XF 56 mm F1.4 R

Auch hier ist der Autofocus nicht mehr auf aktuellem Level. Da ist das XF90 deutlich im Vorteil. Aber was seine Portrait-Eigenschaften betrifft, kann dem XF 56/1.4 kaum ein anderes das Wasser reichen. Da ist das mein absoluter Favorit.

Gleichzeitig ist die Brennweite für Reportage noch nicht zu lang. Hatte im letzten Jahr mit dem 90mm schon das Problem gehabt, dass die Umgebungssituation einfach zu eng war, um es zu nutzen. Mal etwas Abstand halten ist ja o.k, aber wenn kein Platz ist…

11% XF 90 mm F2 R LM WR

Landschaft und Bühne. Lieber hab ich als Standard ein Weitwinkel drauf. Warum braucht man ein Tele für Stadt- und Landschaftsaufnahmen? Wenn alles Interessante ohne eine gewisse Vorauswahl mit einem Klick auf dem Bild ist, dann ist das Foto doch nur noch eine Sammlung vieler verschiedener Einzelgeschichten (Erinnerung an alte „Wimmelbilder“). Oft kann man mit einer längeren Brennweite besser selektieren.“Vordergrund macht Bild gesund“ ist ein toller Spruch für Weitwinkel, wenn es etwas spezielles als Eyecatcher gibt. Sonst klappt die Motivverdichtung eher mit dem XF90 wie man sieht.

Gern habe ich es auch bei Veranstaltungen mit einer Bühne dabei. Man weiss ja nie, wie nah man da heran kommt. (zum Beispiel bei Spread Voice)Es hat für den Betrachter auch eine besondere Faszination, wenn die Bilder Ausschnitte zeigen, die der normale Konzertbesucher wegen seines großen Abstands zur Bühne nicht sehen kann.

Ach, ich vergass: der Autofocus ist sauschnell. Gerade bei Sportaufnahmen lass ich das XF56/F1.4 zuhause und konzentrier mich auf das XF90 neuerer Bauart. Zum Beispiel bei der Tour de France.

10% XF 18 mm F2

Mein leichtestes Weitwinkel. Und das ist nicht der einzige Grund, warum ich das oft im Rucksack habe. Das XF16/F1.4 hat als Gegenstück ohne Frage die wesentlich besser vergüteten Gläser. Kommt die Sonne von vorn oder befindet sich bei Innenaufnahmen hinter dem Motiv ein Fenster, so lässt das Streulicht den Kontrast beim XF18mm merklich schmelzen. Aber: dafür hat es auch Charakter! Das XF16/f1.4 ist aalglatt und vielleicht manchmal zu technisch ausgelegt. Gerade für Fotos mit etwas mehr Wärme und schöneren Style lieb ich mir doch das XF18/F2. Finde das auch im Portraitbereich manchmal ganz interessant.

9% XF 23 mm F2 R WR

Leicht, staub- und wettergeschützt. Eine reine Zwecklinse. Wenn wie auf dem Bild beim Fahrradfahren der Sand entgegenkommt, ist es mein Standard-Ding. Die Bauart sieht ja etwas komisch aus. Langgezogen und dünn. Vielleicht mag ich sie deshalb auch nicht. Macht einen X-T2 Body zu einem hässlichen Entlein. Aber was soll´s.

In Sachen Brennweite kann man mit 23mm ja nichts besonderes bewegen, aber es ist doch sehr natürlich. Zudem kann man doch ziemlich nah an kleiner Objekte herangehen. Das ist in der Natur besonders gut – alter Falter!

5% XF 14 mm F2,8 R

Nicht die Menge der Fotos machts. Die 5%-Nutzung ist zwar nicht viel, aber manchmal passt sonst nicht alles drauf. Und von der Optik her, ist die Linse richtig klasse. Früher habe ich sie öfter genommen, aber durch das XF16mm/F1.4 ist sie zwar meistens dabei, doch viel weiter unten in der Fototasche versenkt. Das XF16 ist halt deutlich lichtstärker und lässt die Linien noch nicht so sehr verschieben.

Wozu braucht man eine Blende?

Ich kann mit dem Blendenregler nicht umgehen. In echt, bin da ein ausgesprochener Muffel. Blende offen und hoffen hat mal jemand gesagt. Und so ähnlich mache ich das auch. 43% der Fotos wurden mit max. Blende 2.0 aufgenommen, 51% bis Blende 5.6 und nur schmale 6% waren stärker abgeblendet.

Hat ja auch etwas gutes. Bei Langzeitbelichtungen auf Norderney mit Blende 11 habe ich erst einmal gesehen, wie dreckig mein Sensor war. Das sieht man offenblendig ja nicht so. Zeit zum reinigen…

Bin gespannt, wie das Jahr 2019 so weiter geht…!




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One Reply to “Lieber spät als gar nicht”

  1. Tollere Überblick. Mit den Brennweiten muß man ja immer rechnen, wie sie sich in Bezug auf Kleinbild als Referenzgröße verhält. Da ich ja auf Kleinbild fotografiere, ist es bei mir 28mm 2.8 und 50mm 1.4 . Ja und nun überlege ich, 90 oder 135 mm noch anzuschaffen, ich habe früher sehr viel mit dem 135 er gemacht und ich liebe diese Brennweite. Ich bin eigentlich weg von der Idee, mir noch einen stärkeren Weitwinkel zu beschaffen. Und als Alternative dazu eben auf das Tele zu gehen. Widerspricht sich das nicht? Nein. Beispielsweise will ich eine Kirche fotografieren und dann stehe ich davor und überlege, wie extrem ein Weitwinkel sein müsste. Stürzende Linien lassen sich nicht mehr vermeiden. Und, irgendwas, meist Bäume oder Nachbargebäude stören immer. Wie aber jetzt das Teleobjektiv einsetzen? Mit Abstand gesehen, also beispielsweise vom Ortseingang aus mit verdichtetet Silhouette, keine stürzenden Linien mehr und ein ruhigeres Bild. Details müssen dann vor Ort nicht mehr das ganze Gebäude zeigen, sondern hier kann ich super mit 28 oder 50mm hantieren. Insgesamt glaube ich auch, dass das Tele wieder zurück kommen wird, wenn das Marketing sich wieder ändert. Das wird es, sobald die Superweitwinkel den Markt gesättigt haben.

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