und andere gehen dafür zum Friseur

Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen – ich mag das folgende Bild

am Dorfrand von Brüntorf/Lippe – in Capture One etwas übertrieben bearbeitet

So schön kann es bei uns sein

Das Bild faßt nahezu alle Elemente einer schönen Wanderung in unserer Gegend zusammen:

  • der schmale, naturbewachsene Weg
  • die Abgeschiedenheit
  • die agrargeprägte Landschaft mit frisch bestelltem Feld
  • einen alten Bauernhof
  • ein großer, wunderschöner, ehrwürdiger Baum
  • blauer Himmel mit einzelnen weissen Wolken
  • ein wenig „leading lines“ Richtung Horizont
  • der Baum als kompositorisch zentralem Anker mitten drin

Und der Sonnenschein… aber welcher Sonnenschein? O.K – ihr hab das bestimmt schon geahnt. Das Wetter war wirklich schön, die Belichtungswerte aus der Kamera nicht schlecht, aber das Licht war nicht so perfekt, wie es zunächst scheint.

Etwas „blondiert“, ein paar „highlights“ rein

aus C1 „unbearbeitet“ exportiert – Fuji X-T2 XF23mmF1.4 R 1/1400 sec f/3.2 ISO 200

Ich bin in Capture One mal bewusst über die Grenze gegangen, die ich für mich zur authentische Bildbearbeitung ziehen möchte. Und ich denke, das sollte man auch ruhig mal ausprobieren. Es hat zunächst den grundsätzlichen Effekt, Capture One und auch die Dynamikmöglichkeiten des Kamerasensors besser kennen zu lernen.

dünne Wolken, aber sonnenfrei – Fuji X-T2 XF23mmF1.4 R 1/1300 sec f/3.2 ISO 200

Aber als zweiten „Lernerfolg“ sehe ich, statt des Lesens von Licht und die Ausbreitung von Sonnenstrahlen mal selber seine Idee davon zu „malen“. Kreativ werden. Also statt immer nur einfach abzudrücken, wenn ich das Gefühl habe, daß die Umstände gut sind, auch mal andersherum zu denken. Wie würde das Licht wohl fallen können? Wo wäre es hell, wo würde ein Schatten entstehen? Auch mal ganz interessant.

Wie im Titel bereits erwähnt, habe ich nicht einfach ein paar Regler von recht nach links oder umgekehrt gezogen. Die Sache mit den „Highlights“, den „Strähnchen“, wie man das auf Friseurdeutsch ausdrücken könnte. Mir war es wichtig zu überlegen, wie die Strahlen der Sonne im Baum und auf dem Boden wohl ausgesehen hätten. Mit einem Layer hellerer Strähnchen und Tupfen konnte man so mal sein persönliches Empfinden malen. Praktisch nur ein einziger Arbeitsschritt mehr.

Nebenbei erwähnt: der Himmel ist nicht ausgetauscht worden. Ist ja dank „luminar“ auch gerade ein beliebtes Thema. Nur das „blau“ gesucht und etwas stärker hervorgehoben.

bearbeitet – auch mit ein paar „higlights“ und „Strähnchen“ in C1

Ich werde das so nicht regelmäßig wiederholen – versprochen. Längerfristig ist mir das „Orginal“, vielleicht mit einer kleinen Bearbeitung wesentlich sympathischer. Aber irgendwie…hm.. ich weiß nicht… irgendwie sieht das Ergebnis mit den Highlights auch nicht allzu doof aus. Halt nur etwas kitschig. Eine Nuance zu schön, um wahr zu sein.

War es ja auch nicht.

Oder doch?

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